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Labor 3: Verzweigungen & Schleifen

Grundlagen der Programmierung • HTW Berlin
Dauer: 180 Minuten (3 Stunden) • deckt Vorlesungen 5 & 6 ab

🧠 Worum geht es?

In Vorlesung 5 habt ihr Verzweigungen kennengelernt (if, else if, else, switch). In Vorlesung 6 sind die Schleifen dazugekommen (for, while, do-while).

Heute setzt ihr beides um — von kleinen Verzweigungs-Aufgaben bis zu Programmen, die Verzweigungen + Schleifen kombinieren. Damit habt ihr die wichtigsten Bausteine, um nicht-triviale Programme zu schreiben.

🎯 Lernziele

🔀 Verzweigungen

if/else if/else, switch/case, logische & Vergleichs-Operatoren sicher anwenden

🔁 Schleifen

for, while, do-while bewusst auswĂ€hlen — je nach Problem

đŸ§© Kombinieren

Verzweigung + Schleife zusammen einsetzen (FizzBuzz, Zahlenrate)

🐞 Fallen erkennen

Endlosschleife · Off-by-One · ganzzahlige Division · = vs ==

1 Temperatur-Klassifikator ⏱ 20 Min VL 5: if/else if

Ziel: mehrere Vergleiche hintereinander mit if/else if/else verkette.

Aufgabe:

Schreibe ein Programm, das eine Temperatur (in Grad Celsius) einliest und sie wie folgt klassifiziert:

  • unter 0 °C → „eiskalt đŸ„¶"
  • 0 bis unter 10 °C → „kalt"
  • 10 bis unter 20 °C → „kĂŒhl"
  • 20 bis unter 30 °C → „angenehm 🙂"
  • ab 30 °C → „heiß đŸ„”"

Test-Eingaben:

EingabeErwartete Ausgabe
-5eiskalt
5kalt
18kĂŒhl
22angenehm
35heiß
💡 Hinweis: Reihenfolge der Bedingungen ist wichtig. Wenn ihr von der niedrigsten Grenze nach oben prĂŒft, reicht else if (t < 10) — die Bedingung „mindestens 0" ist dann implizit, weil t < 0 schon abgegriffen wurde.
🔒 Musterlösung in C
Falsches Passwort!
#include <stdio.h>

int main(void) {
    int t;
    printf("Temperatur in °C: ");
    scanf("%d", &t);

    if (t < 0) {
        printf("eiskalt\n");
    } else if (t < 10) {
        printf("kalt\n");
    } else if (t < 20) {
        printf("kuehl\n");
    } else if (t < 30) {
        printf("angenehm\n");
    } else {
        printf("heiss\n");
    }

    return 0;
}

Warum reicht t < 10 fĂŒr „0 bis < 10"? Weil der vorige if-Zweig (t < 0) den negativen Fall schon erwischt hat. In else if sind wir garantiert bei t ≄ 0.

2 Schaltjahr-PrĂŒfung ⏱ 20 Min VL 5: logische Operatoren

Ziel: Logische Operatoren && (UND), || (ODER) und der Modulo-Operator % kombiniert.

Regel:

Ein Jahr ist ein Schaltjahr, wenn:

  • es durch 4 teilbar ist, und
  • es nicht durch 100 teilbar ist, außer
  • es ist durch 400 teilbar.

Aufgabe:

Lies ein Jahr ein und gib aus „Schaltjahr" oder „kein Schaltjahr".

Test-Eingaben:

JahrErwartetWarum?
2024Schaltjahrdurch 4, nicht durch 100
2023kein Schaltjahrnicht durch 4
2000Schaltjahrdurch 400
1900kein Schaltjahrdurch 100, aber nicht durch 400
2100kein Schaltjahrdurch 100, aber nicht durch 400
💡 Tipp: Du kannst die Regel in einer Zeile als logischen Ausdruck schreiben: jahr % 4 == 0 && (jahr % 100 != 0 || jahr % 400 == 0). Die Klammern um den ODER-Teil sind wichtig — sonst wird die Reihenfolge falsch ausgewertet.
đŸ€” Denkfrage: Was passiert, wenn du die Klammern weglĂ€sst? Probier's aus mit Jahr 1900 — die Ausgabe sollte sich Ă€ndern. Warum?
🔒 Musterlösung in C
Falsches Passwort!
#include <stdio.h>

int main(void) {
    int jahr;
    printf("Jahr: ");
    scanf("%d", &jahr);

    if (jahr % 4 == 0 && (jahr % 100 != 0 || jahr % 400 == 0)) {
        printf("Schaltjahr\n");
    } else {
        printf("kein Schaltjahr\n");
    }

    return 0;
}

Alternative mit verschachtelten if (manche finden das lesbarer):

if (jahr % 400 == 0)        printf("Schaltjahr\n");
else if (jahr % 100 == 0)   printf("kein Schaltjahr\n");
else if (jahr % 4 == 0)     printf("Schaltjahr\n");
else                        printf("kein Schaltjahr\n");

3 BMI-Rechner mit Kategorie ⏱ 25 Min VL 4 + VL 5

Ziel: mit Fließkomma-Zahlen rechnen + Mehrfachverzweigung. Auffrischung von Datentypen aus VL 4.

Formel:

BMI = Gewicht (kg) / (GrĂ¶ĂŸe (m) × GrĂ¶ĂŸe (m))

Kategorien:

  • BMI < 18,5 → „Untergewicht"
  • 18,5 ≀ BMI < 25 → „Normalgewicht"
  • 25 ≀ BMI < 30 → „Übergewicht"
  • BMI ≄ 30 → „Adipositas"

Aufgabe:

Lies Gewicht (kg) und GrĂ¶ĂŸe (in Metern, z.B. 1.75) ein. Gib den BMI mit einer Nachkomma­stelle aus und die Kategorie.

Test-Eingaben:

GewichtGrĂ¶ĂŸeBMIKategorie
701.8021.6Normalgewicht
551.7019.0Normalgewicht
901.6533.1Adipositas
451.6516.5Untergewicht
⚠ Achtung: in C ist 5 / 2 = 2 (Ganzzahl-Division), aber 5.0 / 2.0 = 2.5 (Fließkomma). Wenn du Gewicht/GrĂ¶ĂŸe einliest, nutze double mit %lf bei scanf. Sonst gibt's komische Rundungs-Effekte.
🔒 Musterlösung in C
Falsches Passwort!
#include <stdio.h>

int main(void) {
    double gewicht, groesse;
    printf("Gewicht (kg): ");
    scanf("%lf", &gewicht);
    printf("Groesse (m, z.B. 1.75): ");
    scanf("%lf", &groesse);

    double bmi = gewicht / (groesse * groesse);
    printf("BMI: %.1f -> ", bmi);

    if (bmi < 18.5) {
        printf("Untergewicht\n");
    } else if (bmi < 25.0) {
        printf("Normalgewicht\n");
    } else if (bmi < 30.0) {
        printf("Uebergewicht\n");
    } else {
        printf("Adipositas\n");
    }

    return 0;
}

Wichtig: %lf beim scanf (mit „l" fĂŒr „long" — bei double). Bei printf reicht %f oder %.1f (fĂŒr eine Nachkommastelle).

4 Einfacher Taschenrechner (switch/case) ⏱ 25 Min VL 5: switch

Ziel: switch/case als Alternative zu vielen if/else if einsetzen — wenn man auf genaue Werte prĂŒft.

Aufgabe:

Lies zwei Zahlen ein und einen Operator (+, -, *, /). Gib das Ergebnis aus. Bei unbekannten Operatoren: Fehlermeldung. Bei Division durch 0: Fehlermeldung.

Test-Eingaben:

EingabeErwartet
5 + 38.0
10 - 46.0
7 * 642.0
20 / 45.0
10 / 0Fehler: Division durch 0
5 ? 3Fehler: unbekannter Operator
💡 Hinweis: Ein einzelnes Zeichen liest man mit scanf(" %c", &op) ein — achtet auf das Leerzeichen vor %c! Es ĂŒberspringt sonst-stehengebliebene Whitespaces (z.B. das Enter nach der vorherigen Zahl).
đŸ€” Warum switch und nicht if/else? Bei „prĂŒfe ob op gleich +, -, *, oder /" sind alle Bedingungen gleichartig (immer „op == ?"). Da liest sich switch klarer als 4-mal else if. Sobald die Bedingungen unterschiedliche Vergleiche sind (z.B. „<", „>", Ranges), bleibt if/else die richtige Wahl.
🔒 Musterlösung in C
Falsches Passwort!
#include <stdio.h>

int main(void) {
    double a, b;
    char op;

    printf("Erste Zahl: ");
    scanf("%lf", &a);
    printf("Operator (+,-,*,/): ");
    scanf(" %c", &op);          // Leerzeichen vor %c!
    printf("Zweite Zahl: ");
    scanf("%lf", &b);

    switch (op) {
        case '+':
            printf("%.1f\n", a + b);
            break;
        case '-':
            printf("%.1f\n", a - b);
            break;
        case '*':
            printf("%.1f\n", a * b);
            break;
        case '/':
            if (b == 0) {
                printf("Fehler: Division durch 0\n");
            } else {
                printf("%.1f\n", a / b);
            }
            break;
        default:
            printf("Fehler: unbekannter Operator\n");
    }

    return 0;
}

Wichtig: break; nach jedem case — sonst „fĂ€llt" die AusfĂŒhrung in den nĂ€chsten Fall durch (fall-through). Beim letzten case oder default ist break formal nicht nötig, aber guter Stil.

5 Summe 1 bis N — mit Schleife und Formel ⏱ 20 Min VL 6: for-Schleife

Ziel: erste for-Schleife mit Akkumulator. Plus: vergleichen mit der Gauß-Formel.

Aufgabe:

  1. Lies eine Zahl n ein.
  2. Berechne mit einer for-Schleife die Summe 1 + 2 + 3 + 
 + n.
  3. Berechne zusĂ€tzlich dasselbe mit der Gauß-Formel: n * (n + 1) / 2.
  4. Gib beide Ergebnisse aus — sie mĂŒssen gleich sein.

Test-Eingaben:

nSumme
1055
1005050
1000500500
💡 Akkumulator-Muster:
int summe = 0;            // Akkumulator vor der Schleife auf 0!
for (int i = 1; i <= n; i++) {
    summe = summe + i;    // gleichwertig: summe += i;
}
Wichtig: summe muss vor der Schleife auf 0 gesetzt werden — sonst zĂ€hlt der erste Durchgang einen Zufallswert dazu.
đŸ€” Geschwindigkeits-Vergleich: die Schleife braucht n Schritte (also n=1000 → 1000 Additionen), die Formel braucht nur eine Multiplikation und eine Division — egal wie groß n ist. Das ist O(1) vs O(n) (kommt in den Fortgeschrittenen!). Bei n = 1 Mrd. wĂ€re die Schleife spĂŒrbar langsam, die Formel instant.
🔒 Musterlösung in C
Falsches Passwort!
#include <stdio.h>

int main(void) {
    int n;
    printf("n: ");
    scanf("%d", &n);

    // Variante 1: Schleife
    int summe = 0;
    for (int i = 1; i <= n; i++) {
        summe = summe + i;
    }
    printf("Schleife: %d\n", summe);

    // Variante 2: Gauß-Formel
    int formel = n * (n + 1) / 2;
    printf("Formel:   %d\n", formel);

    return 0;
}

6 Das Einmaleins — verschachtelte Schleifen ⏱ 25 Min VL 6: nested for

Ziel: Schleife in Schleife — und sehen, wie sich die Iterationen multiplizieren.

Aufgabe:

Gib eine 10×10-Multiplikationstabelle aus — von 1×1 bis 10×10:

  1   2   3   4   5   6   7   8   9  10
  2   4   6   8  10  12  14  16  18  20
  3   6   9  12  15  18  21  24  27  30
  ...
 10  20  30  40  50  60  70  80  90 100

Hinweise:

  • Äußere Schleife i (Zeile) von 1 bis 10
  • Innere Schleife j (Spalte) von 1 bis 10
  • Drucke jedes Produkt i * j mit %4d (4-stellig rechtsbĂŒndig)
  • Nach jeder Zeile: printf("\n");
💡 Faustregel fĂŒr nested loops: die innere Schleife lĂ€uft pro Ă€ußerem Durchgang komplett durch. Hier: Ă€ußere 10× → innere jeweils 10× → 100 Iterationen total.
đŸ€” Frage aus der Vorlesung: „Wo fĂ€ngt der Computer an? Links nach rechts, dann nach unten — oder andersrum?"

Antwort: genau wie wir lesen — eine Zeile nach der anderen, jede Zeile von links nach rechts. Der Grund: die Ă€ußere Schleife (Zeile) bewegt sich langsam, die innere Schleife (Spalte) bewegt sich schnell. Pro Wert von i lĂ€uft j einmal komplett von 1 bis 10 — erst dann wechselt i.

Trace fĂŒr die ersten 12 Iterationen (i, j):

i=1: (1,1) (1,2) (1,3) (1,4) (1,5) (1,6) (1,7) (1,8) (1,9) (1,10)   ← Zeile 1 fertig
i=2: (2,1) (2,2) 
                                                ← jetzt Zeile 2

Merke: wenn ihr die Schleifen tauscht (j außen, i innen), kommt eine andere Ausgabe-Reihenfolge — z.B. spaltenweise statt zeilenweise. Ausprobieren!

🔒 Musterlösung in C
Falsches Passwort!
#include <stdio.h>

int main(void) {
    for (int i = 1; i <= 10; i++) {
        for (int j = 1; j <= 10; j++) {
            printf("%4d", i * j);
        }
        printf("\n");
    }
    return 0;
}

%4d druckt eine Ganzzahl rechtsbĂŒndig in einer 4-Zeichen-Spalte — so haben alle Zahlen die gleiche Breite und die Spalten richten sich aus.

7 Fließkomma-Schleife — Schrittweite 0.5 ⏱ 20 Min VL 6: Schleife + Float

Ziel: eine Schleife in nicht-ganzen Schritten laufen lassen — z.B. 0.0, 0.5, 1.0, 1.5, 


Hintergrund — wie geht das?

Bisher hatten alle eure for-Schleifen eine Ganzzahl als ZĂ€hler (int i, mit i++ oder i--). Wenn ihr aber Schritte wie 0.5, 0.1 oder 0.25 braucht, mĂŒsst ihr zwei Dinge Ă€ndern:

  1. Der ZĂ€hler bekommt den Typ double (nicht int) — sonst werden 0.5-Schritte abgeschnitten
  2. Statt i++ schreibt ihr i += 0.5 (gleichwertig: i = i + 0.5)
Beispiel — Zahlen 0.0 bis 3.0 in 0.5-Schritten:
for (double x = 0.0; x <= 3.0; x += 0.5) {
    printf("%.1f\n", x);
}
// Ausgabe: 0.0, 0.5, 1.0, 1.5, 2.0, 2.5, 3.0
⚠ Vorsicht — Fließkomma-Ungenauigkeit!

Bei 0.1 oder 0.3 als Schrittweite kann es passieren, dass die Zahlen nicht exakt sind — z.B. wird aus zehn 0.1-Schritten nicht genau 1.0, sondern 0.9999999. Das liegt daran, dass double binĂ€r gespeichert wird und manche Dezimalzahlen nicht genau abbildbar sind.

Sichere Alternative: nimm einen int-ZĂ€hler und teile am Ende:

for (int i = 0; i <= 6; i++) {
    double x = i * 0.5;
    printf("%.1f\n", x);
}

Bei 0.5 ist's noch unkritisch (0.5 ist exakt darstellbar), bei 0.1 unbedingt die int-Variante nehmen.

Aufgabe:

Schreibe ein Programm, das eine Umrechnungs-Tabelle Inch → Zentimeter ausgibt — von 0 inch bis 5 inch in 0.5-Schritten. Formel: cm = inch · 2.54.

Erwartete Ausgabe:

  0.0 inch =  0.00 cm
  0.5 inch =  1.27 cm
  1.0 inch =  2.54 cm
  1.5 inch =  3.81 cm
  2.0 inch =  5.08 cm
  ...
  5.0 inch = 12.70 cm

Tipps:

  • Nutze %4.1f fĂŒr die Inch-Spalte (4 Zeichen breit, 1 Nachkomma)
  • Nutze %5.2f fĂŒr die cm-Spalte (5 Zeichen breit, 2 Nachkommastellen)
đŸ€” Denkfrage: warum klappt x <= 5.0 als Bedingung, aber x == 5.0 wĂ€re nicht verlĂ€sslich? — Tipp: denk an die Fließkomma-Ungenauigkeit. Wenn x durch viele Additionen entstanden ist, ist es vielleicht 4.99999 oder 5.00001 — aber selten exakt 5.0.
🔒 Musterlösung in C
Falsches Passwort!

Variante A — direkt mit double-ZĂ€hler:

#include <stdio.h>

int main(void) {
    for (double inch = 0.0; inch <= 5.0; inch += 0.5) {
        double cm = inch * 2.54;
        printf("%4.1f inch = %5.2f cm\n", inch, cm);
    }
    return 0;
}

Variante B — sicher mit int-ZĂ€hler (empfohlen fĂŒr kleinere Schritte wie 0.1):

#include <stdio.h>

int main(void) {
    // 0 bis 10 entspricht 0.0 bis 5.0 in 0.5-Schritten (11 Werte)
    for (int i = 0; i <= 10; i++) {
        double inch = i * 0.5;
        double cm = inch * 2.54;
        printf("%4.1f inch = %5.2f cm\n", inch, cm);
    }
    return 0;
}

Warum gibt's zwei Varianten? Variante A ist einfacher zu lesen, funktioniert fĂŒr 0.5 prima. Variante B ist robuster — bei sehr kleinen Schrittweiten (0.1, 0.01) summieren sich Rundungsfehler. Im Beruf sieht man fast immer Variante B, weil sie auch bei langen Tabellen verlĂ€sslich bleibt.

10 Eingabe validieren mit do-while ⏱ 25 Min VL 6: do-while

Ziel: die typische Anwendung von do-while — eine Eingabe einlesen und so lange wiederholen, bis sie gĂŒltig ist.

Aufgabe:

Frage den Benutzer nach einer Zahl zwischen 1 und 100. Solange die Eingabe außerhalb dieses Bereichs ist, frage erneut. Bei gĂŒltiger Eingabe gib „Danke: <Zahl>" aus.

Beispiel-Ablauf:

Gib eine Zahl zwischen 1 und 100: 150
Ungueltig. Nochmal: -3
Ungueltig. Nochmal: 42
Danke: 42
💡 Warum do-while? Wir mĂŒssen den Benutzer mindestens einmal fragen — vor der ersten Eingabe gibt es nichts zu prĂŒfen. do-while garantiert das: erst Body ausfĂŒhren, dann Bedingung prĂŒfen.

Vergleich: mit while mĂŒsste man zahl kĂŒnstlich auf einen ungĂŒltigen Wert initialisieren („Trick"), um die Schleife zumindest einmal zu durchlaufen. Mit do-while entfĂ€llt das.
🔒 Musterlösung in C
Falsches Passwort!
#include <stdio.h>

int main(void) {
    int zahl;

    do {
        printf("Gib eine Zahl zwischen 1 und 100: ");
        scanf("%d", &zahl);

        if (zahl < 1 || zahl > 100) {
            printf("Ungueltig. Nochmal: ");
        }
    } while (zahl < 1 || zahl > 100);

    printf("Danke: %d\n", zahl);
    return 0;
}

Hinweis: Beachte das Semikolon nach while (...) am Ende — bei do-while gehört es dazu. Bei normalem while nicht.

10 Zahlenrate-Spiel ⏱ 30 Min VL 5 + VL 6 kombiniert

Ziel: Verzweigung und Schleife zusammen einsetzen.

Aufgabe:

Das Programm „denkt" sich eine geheime Zahl zwischen 1 und 100. Der Benutzer rĂ€t. Bei jedem Tipp sagt das Programm:

  • „zu niedrig" wenn Tipp kleiner als geheime Zahl
  • „zu hoch" wenn Tipp grĂ¶ĂŸer als geheime Zahl
  • „richtig! Versuche: N" wenn Tipp stimmt — und das Spiel endet

ZĂ€hle die Versuche mit.

Beispiel-Ablauf (geheime Zahl = 42):

Dein Tipp: 50
zu hoch
Dein Tipp: 25
zu niedrig
Dein Tipp: 42
richtig! Versuche: 3

Vereinfachung:

FĂŒr die erste Version: nimm die geheime Zahl fest im Code (z.B. int geheim = 42;). Echte Zufallszahlen mit rand() kommen spĂ€ter.

💡 Welche Schleife? Wir wissen nicht, wie oft der Benutzer raten muss — also nicht for. Es passt zu while oder do-while. do-while ist klassisch: erst raten, dann prĂŒfen.

Im Body brauchst du eine Verzweigung (if/else if/else) fĂŒr „zu niedrig" / „zu hoch" / „richtig".
🔒 Musterlösung in C
Falsches Passwort!
#include <stdio.h>

int main(void) {
    int geheim = 42;        // fest fuer die erste Version
    int tipp;
    int versuche = 0;

    do {
        printf("Dein Tipp: ");
        scanf("%d", &tipp);
        versuche++;

        if (tipp < geheim) {
            printf("zu niedrig\n");
        } else if (tipp > geheim) {
            printf("zu hoch\n");
        } else {
            printf("richtig! Versuche: %d\n", versuche);
        }
    } while (tipp != geheim);

    return 0;
}

Bonus fĂŒr spĂ€ter: echte Zufallszahl mit rand():

#include <stdlib.h>
#include <time.h>

srand(time(NULL));            // Zufallsgenerator initialisieren
int geheim = rand() % 100 + 1;  // 1 bis 100

10 FizzBuzz — der Klassiker ⏱ 20 Min · BONUS VL 5 + VL 6

Ziel: der berĂŒhmteste Programmier-Test der Welt — viele Firmen fragen ihn im VorstellungsgesprĂ€ch. Mit dem, was ihr heute gelernt habt, könnt ihr ihn locker lösen.

Aufgabe:

Gib die Zahlen 1 bis 30 aus — aber mit Sonderregeln:

  • Bei Zahlen, die durch 3 teilbar sind → gib stattdessen Fizz aus
  • Bei Zahlen, die durch 5 teilbar sind → gib stattdessen Buzz aus
  • Bei Zahlen, die durch 3 UND 5 teilbar sind → gib FizzBuzz aus
  • Sonst: gib die Zahl selbst aus

Erwartete Ausgabe (Ausschnitt):

1 2 Fizz 4 Buzz Fizz 7 8 Fizz Buzz 11 Fizz 13 14 FizzBuzz
16 17 Fizz 19 Buzz Fizz 22 23 Fizz Buzz 26 Fizz 28 29 FizzBuzz
⚠ Reihenfolge ist wichtig! PrĂŒfe zuerst die Bedingung „durch 3 UND durch 5" (also durch 15), dann die Einzelbedingungen. Sonst „durch 3" greift schon bei 15 zu, und du siehst nie „FizzBuzz".
đŸ€” Bonus-Frage: kann man das Problem auch ohne die spezielle 15-Bedingung lösen? — Tipp: zwei ifs ohne else, einer fĂŒr 3, einer fĂŒr 5. Plus ein Flag, um zu wissen, ob schon was ausgegeben wurde.
🔒 Musterlösung in C
Falsches Passwort!
#include <stdio.h>

int main(void) {
    for (int i = 1; i <= 30; i++) {
        if (i % 15 == 0) {
            printf("FizzBuzz ");
        } else if (i % 3 == 0) {
            printf("Fizz ");
        } else if (i % 5 == 0) {
            printf("Buzz ");
        } else {
            printf("%d ", i);
        }
    }
    printf("\n");
    return 0;
}

Warum die Reihenfolge wichtig ist: bei i=15 sind alle drei Bedingungen (durch 3, durch 5, durch 15) wahr. Da if/else if nur den ersten wahren Zweig nimmt, mĂŒssen wir die strengste Bedingung zuerst prĂŒfen.

✅ Was du nach diesem Lab können solltest

🎯 Reflexion am Ende

Bevor du gehst, beantworte fĂŒr dich:

  1. Welche Aufgabe war am leichtesten? Warum?
  2. Bei welcher hast du am lĂ€ngsten gebraucht — und woran lag's?
  3. Hast du in den Schleifen-Aufgaben einmal die typische Endlosschleifen-Falle erlebt? Was war der Auslöser?
  4. Wo könntest du switch noch sinnvoll einsetzen — außer beim Taschenrechner?

→ Diese Reflexion ist freiwillig — aber sie zementiert das Gelernte.

🔑 Passwörter fĂŒr die Musterlösungen

Die Passwörter stehen unten — frei zugĂ€nglich. Bitte fair spielen: erst selbst probieren, dann mit der Musterlösung vergleichen. Eine Lösung, die ihr nur abgeschrieben habt, hilft euch in der Klausur nicht.

AufgabeThemaPasswort
Aufgabe 1Temperatur-Klassifikatortemperatur
Aufgabe 2Schaltjahrschaltjahr
Aufgabe 3BMI-Rechnerbmi
Aufgabe 4Taschenrechner (switch)rechner
Aufgabe 5Summe 1 bis Ngauss
Aufgabe 6Einmaleins (verschachtelt)einmaleins
Aufgabe 7Fließkomma-Schleife (Schrittweite 0.5)inch
Aufgabe 8Eingabe validieren (do-while)validieren
Aufgabe 9Zahlenrate-Spielraten
Aufgabe 10FizzBuzz (Bonus)fizzbuzz
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