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Bachelorseminar IKT — Seminar 2

Exposé-Präsentationen & Vertiefung Wissenschaftliches Arbeiten

Prof. Dr. Alexandra Mikityuk · HTW Berlin

Ganztägig Interaktiv Präsentationen

Heutiger Fahrplan

Block 1 Ankommen & Selbstreflexion

Block 2 Exposé-Präsentationen & Feedback

Block 3 Was macht ein gutes Exposé aus?

Block 4 Vertiefung & Praxisübungen

Standortbestimmung — Wo stehe ich?

30 Minuten Einzelarbeit

Schreiben Sie eine kurze Reflexion (handschriftlich oder Laptop):

  1. Wo stehe ich mit meiner Bachelorarbeit? (Thema gefunden? Betreuer? Erste Quellen?)
  2. Was hat sich seit dem letzten Seminar verändert?
  3. Was war die größte Herausforderung bei der Exposé-Vorbereitung?
  4. Welche Fragen habe ich für heute?
  5. Was möchte ich bis zum nächsten Seminar erreicht haben?

Diese Reflexion hilft mir, Sie individuell zu unterstützen.

Kurze Runde

Teilen Sie kurz (2–3 Sätze):

Wo stehen Sie? Was war schwierig?

Jeder kommt kurz zu Wort

Keine Bewertung — offener Austausch

Pause

Kurze Pause

Ablauf der Präsentationen

8 Minuten Präsentation + 5 Minuten Feedback

Feedback-Regeln:

1. Erst: Was war gut? (mindestens 2 Punkte)

2. Dann: Was könnte man verbessern? (konstruktiv!)

3. Alle geben Feedback, nicht nur die Professorin

Während der Präsentationen: Notieren Sie Feedback!

Für jede Präsentation ausfüllen

Name des/der Vortragenden: _______________

Thema klar verständlich? (1–5)

Forschungsfrage nach SMART? (1–5)

Quellenqualität? (1–5)

Zeitplan realistisch? (1–5)

Stärken: _______________

Verbesserungsvorschläge: _______________

Exposé-Präsentationen

8 Min Präsentation + 5 Min Feedback

Bitte achten Sie auf die Zeit — nach 8 Minuten muss ich leider unterbrechen!

Pause

Kurze Pause

Aufbau eines Exposés

1. Titel & Thema — kurz, prägnant, aussagekräftig

2. Problemstellung & Motivation — Warum ist das Thema relevant?

3. Forschungsfrage — klar, spezifisch, messbar (SMART!)

4. Stand der Forschung — Was gibt es schon? (mind. 10 Quellen)

5. Methodik — Wie gehen Sie vor? (Implementierung, Experiment, Umfrage?)

6. Zeitplan — Realistisch! Mit Puffer!

7. Literaturverzeichnis — Konsistenter Zitierstil

Umfang: ca. 3–5 Seiten (ohne Literaturverzeichnis). Ein Exposé ist kein Roman — kurz, präzise, auf den Punkt. Qualität vor Quantität!

Beispiel — Schlechtes Exposé

Titel: „KI in der Informatik“

✗ Problem: Viel zu breit — was genau?

Forschungsfrage: „Wie funktioniert KI?“

✗ Problem: Nicht spezifisch, nicht messbar

Methodik: „Ich werde recherchieren und programmieren“

✗ Problem: Zu vage, keine konkreten Schritte

Quellen: 3 Wikipedia-Artikel

✗ Problem: Zu wenige, nicht wissenschaftlich

Beispiel — Gutes Exposé

Titel: „Vergleich von REST und GraphQL für mobile E-Commerce-Anwendungen“

Klar eingegrenzt, technisch präzise

Forschungsfrage: „Inwiefern reduziert GraphQL im Vergleich zu REST die Datenmenge und Ladezeit bei mobilen E-Commerce-Apps mit komplexen Produktkatalogen?“

Spezifisch, messbar, vergleichend

Methodik: 1. Literaturrecherche (REST vs GraphQL), 2. Prototyp-Implementierung beider Varianten, 3. Performance-Messung (Ladezeit, Datenmenge, API-Calls), 4. Auswertung und Vergleich

Konkrete Schritte, nachvollziehbar

Quellen: 12 Peer-reviewed Papers, 3 offizielle Dokumentationen

Ausreichend, wissenschaftlich

Die Forschungsfrage — Vertiefung

SMART-Kriterien (Wiederholung)

Spezifisch — klar eingegrenzt

Messbar — überprüfbare Ergebnisse

Archivable — erreichbar

Relevant — wissenschaftlich bedeutsam

Terminiert — zeitlich machbar

Typen von Forschungsfragen

Beschreibend: „Wie ist der aktuelle Stand von X?“

Vergleichend: „Welche Unterschiede bestehen zwischen X und Y?“

Erklärend: „Warum führt X zu Y?“

Bewertend: „Inwiefern verbessert X die Y?“

Die meisten BA funktionieren gut mit vergleichenden oder bewertenden Fragen!

Häufige Fehler im Exposé

01 Thema zu breit → Eingrenzen! „KI“ → „KI-basierte Bilderkennung für Verkehrszeichen“

02 Forschungsfrage fehlt oder ist eine Aussage statt Frage

03 Methodik zu vage → Konkrete Schritte mit Zeitangaben

04 Zu wenige/schlechte Quellen → Min. 10 wissenschaftliche Quellen

05 Zeitplan ohne Puffer → Immer 2 Wochen Reserve einplanen

06 Exposé ist eine Zusammenfassung statt ein Plan → Es zeigt was Sie TUN WERDEN, nicht was Sie wissen

Aktivität: Exposé verbessern

Einzelarbeit + Austausch

Aufgabe:

  1. Nehmen Sie Ihr eigenes Exposé
  2. Prüfen Sie es anhand der Kriterien (Aufbau eines Exposés)
  3. Markieren Sie: Was fehlt? Was ist zu vage?
  4. Überarbeiten Sie mindestens EINE Schwachstelle (z.B. Forschungsfrage schärfen, Methodik konkretisieren)
  5. Stellen Sie Ihre Verbesserungen danach in der Runde vor

Ziel: Mindestens eine konkrete Verbesserung mitnehmen!

Pause

Kurze Pause

Literaturrecherche — Praxis

Finden Sie Quellen für Ihr eigenes Exposé-Thema!

  1. Öffnen Sie Google Scholar (scholar.google.com)
  2. Suchen Sie nach Ihrem Thema
  3. Finden Sie mindestens 5 relevante wissenschaftliche Quellen
  4. Für jede Quelle notieren: Titel, Autor, Jahr, warum ist sie relevant?
  5. Tipp: Schauen Sie in die Literaturverzeichnisse guter Papers!

Google Scholar: scholar.google.com

IEEE Xplore: ieeexplore.ieee.org

ACM: dl.acm.org

HTW Bibliothek: bibliothek.htw-berlin.de

Literaturrecherche — Ergebnisse teilen

Stellen Sie Ihre Top-3 Funde kurz vor

Was haben Sie gesucht?

Welche Datenbank war am hilfreichsten?

Welche Quelle ist die wichtigste für Ihre Arbeit?

Richtig Zitieren — Wiederholung

IEEE-Stil

„Laut [1] ist Deep Learning...“

[1] I. Goodfellow, „Deep Learning“, MIT Press, 2016.

Nummerierte Referenzen in eckigen Klammern

Typisch für Informatik & Technik

APA-Stil

„Laut Goodfellow (2016) ist...“

Goodfellow, I. (2016). Deep Learning. MIT Press.

Autor-Jahr-System

Typisch für Sozialwissenschaften

Wann muss ich zitieren? Direkt, indirekt, Fakten — Regel: Lieber einmal zu viel als zu wenig!

LaTeX: HTW Berlin Vorlage

Offizielle Vorlage herunterladen:

github.com/tscheffl/HTW-Thesis

Enthält: Titelseite im HTW-Design, korrekte Formatierung, Kapitelstruktur, Literaturverzeichnis.

Nutzung mit Overleaf:

  1. Dateien von GitHub herunterladen (als ZIP)
  2. In Overleaf: New Project → Upload Project → ZIP hochladen
  3. Die Vorlage öffnet sich im Browser — fertig!

Wichtig: Hauptdatei setzen!

Overleaf findet manchmal die Hauptdatei nicht und zeigt den Fehler: "job aborted, no legal \end found"

Lösung: Setzen Sie Thesis.tex als Hauptdatei.

→ Anleitung: overleaf.com/learn/how-to/Set_Main_Document

BibTeX — Literaturverwaltung in LaTeX

Was ist BibTeX?

Ein System, das Ihre Quellen automatisch formatiert und nummeriert.

Sie pflegen eine literature.bib Datei mit allen Quellen. LaTeX kümmert sich um den Rest.

Vorteil: Zitierstil ändern = 1 Zeile ändern. Alle Zitate passen sich automatisch an!

So funktioniert es:

  1. Quellen in literature.bib eintragen
  2. Im Text zitieren: \cite{schluessel}
  3. LaTeX erstellt das Literaturverzeichnis automatisch
  4. Nur zitierte Quellen erscheinen!

Tipp: Google Scholar → Zitieren → BibTeX → kopieren & einfügen!

BibTeX — Code-Beispiel

Datei: literature.bib

@book{tanenbaum2017,
  title     = {Distributed Systems},
  author    = {Tanenbaum, Andrew S.
               and Van Steen, Maarten},
  year      = {2017},
  publisher = {Pearson},
  edition   = {3}
}

@article{vaswani2017,
  title   = {Attention Is All You Need},
  author  = {Vaswani, Ashish and others},
  journal = {NeurIPS},
  year    = {2017}
}

Datei: Thesis.tex

% Im Text zitieren:
Verteilte Systeme bestehen aus
mehreren Prozessen
\cite{tanenbaum2017}.

Die Transformer-Architektur wurde
2017 vorgestellt
\cite{vaswani2017}.

% Am Ende des Dokuments:
\bibliographystyle{ieeetr}
\bibliography{literature}

Ergebnis: [1] und [2] im Text, automatisches Literaturverzeichnis am Ende.

LaTeX Hands-On

Erstellen Sie den Anfang Ihres Exposés in LaTeX!

Aufgabe:

  1. Öffnen Sie Overleaf (overleaf.com) — Account erstellen falls nötig
  2. Laden Sie die HTW-Vorlage hoch (github.com/tscheffl/HTW-Thesis)
  3. Setzen Sie Thesis.tex als Hauptdatei
  4. Tragen Sie Ihren Namen und Exposé-Titel ein
  5. Erstellen Sie eine literature.bib Datei
  6. Suchen Sie auf Google Scholar eine Quelle → Zitieren → BibTeX → einfügen
  7. Zitieren Sie die Quelle im Text mit \cite{...}
  8. Kompilieren Sie — erscheint das Literaturverzeichnis?

Zeitplanung — Ihre Bachelorarbeit

Typischer 10-Wochen-Plan (HTW):

Wo. 1: Literaturrecherche & Einarbeitung

Wo. 2–3: Grundlagen schreiben

Wo. 4–6: Hauptarbeit (Implementierung / Analyse)

Wo. 7: Ergebnisse & Auswertung

Wo. 8–9: Schreiben, Überarbeitung & Korrektur

Wo. 10: Puffer & Druck

10 Wochen sind knapp — fangen Sie SOFORT an, nicht erst in Woche 3!

Aktivität: Persönlicher Zeitplan

Erstellen Sie IHREN persönlichen Zeitplan

Aufgabe:

  1. Wann möchten Sie mit der BA beginnen?
  2. Wann ist die Deadline?
  3. Tragen Sie die 10-Wochen-Blöcke mit konkreten Daten ein
  4. Berücksichtigen Sie: Prüfungen, Job, Urlaub
  5. Tauschen Sie sich mit einem Partner aus — ist der Plan realistisch?

Nächste Schritte / Hausaufgaben

1. Exposé überarbeiten

Basierend auf dem Feedback von heute — Schwachstellen beheben.

2. Mindestens 10 wissenschaftliche Quellen sammeln

Google Scholar, IEEE, ACM — keine Wikipedia!

3. LaTeX-Dokument weiter aufbauen

Kapitelstruktur, erste Inhalte, BibTeX-Einträge.

4. Fragen notieren

Unklarheiten aufschreiben für das nächste Seminar.

Zusammenfassung

Was wir heute gemacht haben:

Selbstreflexion & Standortbestimmung

Exposé-Präsentationen & Feedback

Aufbau eines guten Exposés

Häufige Fehler erkennen

Literaturrecherche in der Praxis

LaTeX für das Exposé

Persönlicher Zeitplan

Vielen Dank!

Fragen?

Kontakt:

Prof. Dr. Alexandra Mikityuk

Büro Raum 308 · Tel +49 30 5019-2664

Nächstes Seminar: Career Workshop & Bewerbungsunterlagen

Viel Erfolg bei Ihrer Bachelorarbeit!

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